ist ihnen auch schon mal aufgefallen, dass die standard-antwort auf die standard-promi-fragebogenfrage "wenn sie könnten, was würden sie heute anders machen" stets "gar nichts" oder "ich würde alles wieder so tun" lautet? also, wär ich promi und würde ich befragt, mir würden gleich mehrere hundert sachen einfallen, die mir so niiiieee wieder passieren würden. zum beispiel der bunt-gefärbte irokesen-cut, oder die 80er-jahre-popperwelle oder aber schulterlange (natur!)locken, die nur mit wöchentlichen tankwagenladungen voll extra-starkem haargel zu bändigen waren. ebenso unverzeihliche style-sünden von damals: der "wickelrock für den mann", (hätte mich in einer eiskalten und taxifreien new yorker februarnacht fast die zeugungskraft gekostet), die plateausohle in bordsteinhöhe oder das neonfarbene miami-vice-sakko mit schulterpolstern… noch mehr details wären jetzt peinlich, aber ich glaube, sie wissen eh was ich meine, oder?
auf jeden fall: diese zeiten sind seit mitte 30 vorbei. statt punkfrisur trag ich jetzt im winter kurz und seitenscheitel und im sommer gar kein haar (zugegben, viel mehr möglichkeiten gibts wachstumsbedingt inzwischen auch nicht mehr…) und statt modisch zu experimentieren, variiere ich heute eine nicht unbedeutende anzahl einfarbiger v-ausschnitt-pullover und cardigans mit einfarbigen hemden (das auf dem foto bleibt übrigens ausschließlich hysterischen tagen vorbehalten), weißen t-shirts, jeans, manchmal krawatten und fast immer loafers.
so weit, so spießig und so gut. doch seit ein paar wochen ist meine kleine modefreie welt gestört. genau dieser look ist nämlich plötzlich tierisch angesagt. und zwar so sehr, dass ich letztes wochenende in einem angesagten berliner cafe den eindruck hatte, der ausgeflippte alte unter lauter 20jährigen großvätern zu sein!
ich fürchte, ich muss bald doch nochmal in den keller steigen und nach diesem don-johnson-jackett suchen. oder aber, ich versuche es erneut mit dem männerrock – dieser winter ist ja nicht so kalt…